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Als »militärisch ungangbares Gebiet« sah der österreichische Generalstab vor dem Ersten Weltkrieg das Hochgebirge an. Bestenfalls Pässe oder bequeme Übergänge wären demnach bei Kriegsfall besetzt worden. Entsprechend sah auch die Verteidigungskonzeption für die Ortleralpen aus: »Für die Festhaltung des Ortlergebietes genügt die verlässliche Verhinderung feindlicher Einbrüche über das Stilfser Joch selbst. Zu diesem Zweck reicht eine Postierung am eigentlichen Joche sowie die schwache Besetzung der nächstliegenden, beherrschenden Höhen aus; am Cevedalepasse (Langenfernerjoche) genügt eine schwächere Sicherheitsbesatzung. Das gesamte restliche Gelände - Felsen, Gletscher und Abgründe zwischen 3100 und 3900 Metern Seehöhe - kommt für militärische Operationen irgend welcher Art überhaupt nicht in Betracht.« Dementsprechend hatten die Österreicher in den Jahren vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges die mögliche Einbruchsteile über das Stilfser Joch militärisch befestigt. Auf Spuren dieser Feldbefestigungen trifft der Wanderer besonders im Bereich des Ciavalatsch-Kammes auf Schritt und Tritt. So waren 1912 im Bereich Kleinboden oberhalb Trafoi (zwischen Furkelhütte und Pfader Alm) Maschinengewehrstände, Infanteriekampflinien, armierte Batterien, Magazine und Unterkunftsgebäude errichtet worden. Gleichzeitig wurde eine Erschließungsstraße von Stilfs herauf angelegt. die heute noch befahrbar ist. Erhalten geblieben ist weiters das Blockhaus »Ciavalatsch« auf dem gleichnamigen Berg, das ebenfalls kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges fertiggestellt werden konnte. Knapp hinter dem Stilfser Joch entstand schließlich auf 2720 Metern die »Kampfanlage Goldsee«. Dabei handelte es sich um eine armierte BatteriesteIlung, deren Reste heute noch zu besichtigen sind. Doch der Kriegsverlauf hielt sich nicht an die Pläne der Generalität, so dass diese Anlagen schließlich nicht direkt an der Front zu liegen kamen. Den Österreichern gelang es nämlich gleich zu Beginn der Kampfhandlungen (4. Juni 1915) den das Stilfser Joch beherrschenden Monte Scorluzzo (3094 m) zu erobern. Damit konnte die Gefahr eines Einbruchs der Italiener über das Stilfser Joch gebannt und der Frontverlauf bis Kriegsende auf der Passhöhe auf der die Grenze zwischen Österreich und Italien verlief - gehalten werden. |
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