„In Martell, in mein Tol…“

Bäuerliche Kultur und Kulturlandschaft – gestern und heute.






Das Besucherzentrum im Martelltal liegt inmitten einer großzügigen Freizeitanlage samt Kletterhalle und Tennisplatz.  iIn der Ausstellung dreht sich alles um den Menschen. Und der Mensch in diesem Tal ist vor allem Bauer: „culturamartell" zeigt sich so als „modernes" Heimatmuseum.

Bereits vor der Konzepterstellung zu dieser Ausstellung wurde die lokale Bevölkerung mit einbezogen. Es kristallisierte sich eine Arbeitsgruppe bestehend aus engagierten Bürgern aller Altersgruppen heraus. Diese ist bis heute aktiv beteiligt und das „Herz" dieses Kultur- und Infozentrums im Tal.

Aus den zahlreich ein- und mitgebrachten Ideen und Objekten ist eine schlichte Ausstellung geworden, die versucht den vielen Ansprüchen, die durch das Leben und Überleben in solche einem relativ einsamen Hochtal in den Alpen entstehen, gerecht zu werden.

Mit dieser engen und sehr befruchtenden Zusammenarbeit zwischen Bevölkerung und Ausstellungsteam ist man dem anfänglich gesteckten Ziel, nämlich ein „modernes Heimatmuseum" zu schaffen, sehr nahe gekommen.

Denn nur wenn eine Ausstellung von den Betroffenen getragen wird, wird sie auch erfolgreich vermittelt und weiterentwickelt. In Martell ist dies der Fall.

Es wird sehr privat in diesem Museum. Gleich zu Beginn erzählen Marteller und Martellerinnen in Wort und Bild etwas über den „Menschenschlag", der dieses Tal bewohnt. Rohe Bretter, steinige Wege und die Einzelschicksale vermitteln dem Besucher etwas von der Kargheit, der Heimatliebe und dem harten Dasein der Bergbauern.
Es ist noch gar nicht so lange her, da war das „Tschurtschlnklauben", das Sammeln von Tannenzapfen, eine Tätigkeit, mit der man sein Auskommen haben konnte. Etwas besser allerdings lebte es sich vom Schmuggeln. Die Kinder mussten von Anfang an mithelfen – wie ihr Leben aussah, verdeutlicht eine schmucklose Ecke mit einfachem Spielzeug. Die kleinen Museumsbesucher können diese Spiele testen: Heuhüpfen, Bauen mit Holzklötzen und Basteln mit „Tschurtschln". Das Herzstück des Museums – wie ehedem des bäuerlichen Lebens – ist eine Stube. Hier erzählt die letzte für Hausgeburten zuständige Hebamme des Martelltals per Audioinstallation Geschichten aus ihrem Leben. Die dritte Etage ist dem Glauben und dem Aberglauben gewidmet: Bittgänge und Prozessionen, Wettersegen, Engelstanzen und Heiratsbräuche werden in einem in mystisch-dunkles Licht getauchten Ambiente gezeigt.

 




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